Agile HR – Impulse für den agilen Wandel (Teil 3)

von Manuela Reichmann (Kommentare: 0)

Die Serie „Agile HR“ gibt Impulse, wie Sie im und aus dem HR Bereich heraus agile Prinzipien ausprobieren und vorleben können.
In diesem Artikel möchte ich Ihnen die Prinzipien agilen Projektmanagements vorstellen und Ideen für erste Umsetzungsschritte mit Ihrem Team aufzeigen.
Lassen Sie uns zunächst einige grundlegende Prinzipien von Scrum beleuchten:

Iterative Vorgehensweise:
In einer komplexen, sich schnell verändernden Welt stößt das klassische Projektmanagement mit ausführlicher Vorab-Planung an seine Grenzen. Beim agilen Projektmanagement wird deshalb iterativ, also Schritt für Schritt, geplant und vorgegangen.

Fokus auf den Kunden:
Wer ist unser Kunde? Welches sind seine Vorlieben, Abneigungen, Probleme und Bedürfnisse? Was würde sich der Kunde zur Lösung seines Problems wünschen? Was kann ich zur Problemlösung beitragen?

Mit dem Kunden wird immer wieder das Gespräch gesucht und Feedback eingeholt.

Ein Product Owner plant und entscheidet über die Produktentwicklung, also das „Was?“. Der Grobplan (Backlog) skizziert die Produkteigenschaften. Die Erfahrungen im Laufe des Projektes helfen, den Grobplan nach und nach zu präzisieren.
Wichtige Devise bei der Festlegung der Zwischenziele (Sprint Backlog) ist es
- früh Wert zu schaffen: z.B. Prio auf der Entwicklung der Produkt Features, die den höchsten Kundennutzen bringen.
- frühes Scheitern und Korrigieren ist besser als erst am Ende des Projektes zu merken, dass man am Kundenbedarf vorbei entwickelt hat.

Das Entwicklungs-Team organisiert sich Sprint für Sprint weitgehend selbständig, ist also für das „Wie?“ verantwortlich. Es ist interdisziplinär aufgestellt, so dass es alle für die Produktentwicklung notwendigen Kompetenzen vereint und handlungsfähig ist.

Der Scrum-Master unterstützt und schult das Entwicklungs-Team methodisch. Als eine Art „Servant Leader“ sorgt er dafür, dass das Team reibungslos arbeiten kann und kümmert sich um die Beseitigung von Hindernissen und Störungen. Des Weiteren sorgt er für effiziente Standard-Meetings.

Das Rahmenwerk von Scrum sieht eine Reihe von Standard-Meetings vor, die die Säulen Transparenz, Überprüfung und Anpassung lebendig halten:  
- Sprint-Plannings, um den nächsten Entwicklungsabschnitt zu definieren,
- Daily Scrum als tägliches Kurz-Meeting des Entwicklungs-Teams
- Sprint Review, um Feedback vom Kunden und anderen Stakeholdern einzuholen
- Sprint Retrospektive, um die Zusammenarbeit im Scrum Team und den Prozess zu verbessern.

Mit der Umsetzung des äußeren Rahmenwerks von Scrum geht die innere Entwicklung jedes Einzelnen und des gesamten Teams einher, um die Werte Commitment, Mut, Fokus, Offenheit und Respekt in unterschiedlichen Facetten immer mehr zu integrieren und zu leben. Über die Haltung von Vertrauen haben wir uns in Teil 2 ausführlich auseinandergesetzt.

Dazu tauschen wir uns ausführlich in unseren Praxistrainings "Agile HR" aus. Informieren Sie sich hier über unsere nächsten Termine.

Haben agile Methoden wie Scrum und Design Thinking in Ihrem Unternehmen bereits Einzug gehalten? Meist sind Software- und Produktentwicklung Vorreiter.
Nutzen Sie doch bestehende Kompetenz aus diesen Bereichen und lassen Sie sich bei einem agilen HR-Pilot-Projekt unterstützen.

Versuchen Sie sich mit Ihrem Team in ersten agilen Schritten und setzen Sie einfache methodische Impulse:

  • Überlegen Sie sich, wie Sie Autonomie, Mitsprache- und Gestaltungsmöglichkeiten Ihrer HR-Teammitglieder in einem nächsten Schritt erhöhen können.
  • Sie führen Kanban Boards, um Aufgaben zu visualisieren und den Stand der Umsetzung transparent zu machen. Die einfachste Form besteht aus den Abschnitten 1. to Do, 2. in Progress, 2. done.
  • Sie führen ein tägliches Stand-up-Morgenmeeting ein. Die Teammitglieder berichten, woran sie gerade arbeiten und mit welchen Hindernissen sie konfrontiert sind.
  • Sie führen regelmäßige Meetings zur Retrospektive ein, um Erfahrungen zu reflektieren und Verbesserungen abzuleiten.
  • Sie laden vermehrt ihre Kunden ein und gehen der Frage nach, wie sie als HR einen noch größeren Nutzen und Mehrwert bieten können. Lassen Sie sich Feedback von Ihrem Business geben. Interviewen Sie Führungskräfte, was ihnen das Leben leichter machen könnte. Fragen Sie Mitarbeiter*innen, welche der Benefits sie interessant und weniger interessant finden. Fragen Sie Bewerber*innen wie sie den Bewerbungsprozess empfinden usw.
  • In laufenden Projekten holen Sie sich regelmäßig und frühzeitig Feedback von Kunden und Betroffenen ein.

Kommunikation, persönlicher Austausch, Netzwerken, Zusammenarbeit, Feedback, Reflektion und Weiterentwicklung – allesamt wichtige Softskills in der agilen Welt. Kompetenzen, die wir als HR mit Personalentwicklungs-Konzepten und -Angeboten gut unterstützen können.

Mehr Impulse zu agilen Praktiken erhalten Sie in unseren Praxistrainings "Agile HR".
Der nächste Workshop findet vom 19. - 20.03.2020 in Karlsruhe statt.
Informieren Sie sich hier.

Teilen Sie mit uns Ihre Meinung, Anregungen und Erfahrungen!

 

Bildquelle: www.pixabay.com

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